Ein Leben am Rande der Gesellschaft
Die Roma sind schlecht akzeptiert und kaum integriert. Sie bewegen sich am Rande der Gesellschaft und kennen ihre Rechte wenig. Schlechte Bildung verstärkt diese Situation noch zusätzlich.
Die Herkunft der Roma
Roma ist der Oberbegriff für eine Reihe ethnisch miteinander verwandter, ursprünglich aus Indien stammender Bevölkerungsgruppen, die ab dem 14.
Jahrhundert in mehreren Migrationsschüben über Vorderasien nach Nordafrika und Europa sowie in der Moderne auch nach Amerika und Australien gelangten. Roma leben als ethnisch-kulturelle Minderheit
auf allen Kontinenten, in ihrer großen Mehrheit jedoch in den südosteuropäischen Ländern. In der sozialistischen Phase eröffneten sich für Roma eine Reihe von individuellen Möglichkeiten der
Qualifizierung und des sozialen Aufstiegs.
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Die Kriege im Westbalkan haben zu ethnisch homogeneren Staaten geführt, in denen die Roma noch mehr an den Rand gedrängt werden. Neue Nationalismen lösten bürgerkriegsartige Konflikte und Verdrängungen aus. Dadurch hat sich die Lebenssituation der südosteuropäischen Roma entscheidend verschlechtert. Fünf bis sieben Millionen Roma leben in Zentral- und Südosteuropa. |
Die aktuelle Situation der Roma
Roma haben aus den oben erwähnten Gründen oft keinen Zugang zu offiziellen Dokumenten, können ihren Besitz an Haus und Land nicht geltend
machen und werden nicht als Bürger oder Bürgerinnen des jeweiligen Staates anerkannt. Es fehlt an Zugang zu Arbeit, medizinischer Versorgung oder Bildungsangeboten. Die tiefe Einschulungsrate von
Roma-Kindern erschwert deren Integration in den Arbeitsmarkt und generiert gravierende Folgeprobleme wie die Verslummung von ganzen Roma- Quartieren, Kriminalität und Migration.
Die Bildungskluft zwischen Roma und Nichtroma
Ethnische Minderheiten sind insbesondere im Bereich Bildung sozial schlecht integriert, wie folgende Fakten aufzeigen:
- es sind bloss zwischen einem und zehn Prozent der Roma-Kinder, welche Vorschul-Einrichtungen besuchen
- ein Eintritt in die Schule erfolgt oft erst spät, und der Anteil an frühzeitigen Aussteigern aus der Schule ist unverhältnismässig hoch, nämlich zwischen 44 und 90 Prozent
- in Serbien und Mazedonien ist es üblich, Roma-Kinder in Sonderschulen zu schicken, die eigentlich für geistig und körperlich behinderte Kinder zuständig sind. Der Anteil an Roma in solchen Schulen beträgt bis zu 70 Prozent
- in einigen Ländern gibt es auch ein getrenntes Schulwesen, mit speziellen Schulklassen für Roma-Kinder, in denen die Standards niedriger sind
- der Anteil an Roma, die nach der obligatorischen Schulzeit ihre Ausbildung fortsetzen, liegt mit 20 bis 25 Prozent sehr tief. An den Universitäten sind kaum ein Prozent der Studenten und Studentinnen Roma.
