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Migrationsdialog in der Schweiz

migrationsdialog_web_1.jpgDie Schweiz verfügt über eine lange Geschichte der Ein- und Auswanderung. Die DEZA bringt die Entwicklungsperspektive in die schweizerische Migrationspolitik ein und weist auf ihr positives Potenzial hin.

Über 2 Mio. MigrantInnen sind in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg in die Schweiz eingewandert und haben massgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Vor dieser Zeit haben Tausende von Schweizerinnen und Schweizern aus wirtschaftlichen Gründen das Land verlassen. Heute leben rund 10% der Schweizer Bevölkerung im Ausland.

Zuletzt hat die Unterzeichnung des Freizügigkeitsabkommens mit der Europäischen Union die Schweizer Migrationspolitik nachhaltig geprägt. Die Migrationsbevölkerung der Schweiz besteht heute hauptsächlich aus qualifizierten Personen aus dem europäischen Raum.

Wissenswertes

Im Jahre 2009 lebten 1,68 Millionen Ausländer ständig in der Schweiz, das entspricht 21,6 Prozent der Wohnbevölkerung. Davon stammt eine Million aus EU- und Efta-Staaten.
Die Schweiz hat mit 43 Staaten ein Rückübernahmeabkommen für deren Staatsangehörige ohne Aufenthaltsbewilligung unterzeichnet.
Die Schweiz hat inzwischen mit Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo und Nigeria Memoranda of Understanding zur Umsetzung von Migrationspartnerschaften unterschrieben.

Partnerschaften mit Herkunftsländern
Im Umgang mit Entwicklungs- und Transitionsländern haben die Schweizer Behörden in den vergangenen Jahren neue innovative Instrumente wie die Migrationspartnerschaften und die Stärkung des Schutzes von Flüchtlingen in den Herkunftsregionen (Protection in the Region) entwickelt. Diese dienen dem politischen Dialog mit Herkunfts- und Transitländern und streben eine enge Kooperation mit Partnerländern an.
Die angestrebte Partnerschaft mit Nigeria etwa sieht Berufsbildungsprojekte zugunsten nigerianischer MigrantInnen in ihrem Heimatland vor sowie Projekte zur Prävention irregulärer Migration in die Schweiz.
In Jemen – Erstaufnahmeland von zahlreichen Flüchtlingen vom Horn von Afrika - trägt die Schweiz zum Schutz und zu besseren Lebensbedingungen der Flüchtlinge bei, indem sie zum Beispiel Projekte zur Registrierung Asylsuchender und zur medizinischen Versorgung finanziert.

Aktuelle Herausforderungen
Migration als internationales Phänomen bedarf einer Betrachtungsweise, die über die Landesgrenzen hinausreicht. Die Schweiz versucht, dieser Herausforderung sowohl intern, durch eine engere interdepartementale Zusammenarbeit im Sinne eines ganzheitlichen und kohärenten Ansatzes („whole-of-government approach“), als auch im internationalen Rahmen, durch die Teilnahme an ausgewählten regionalen und globalen Initiativen, gerecht zu werden.

Fokus der DEZA

Den globalen Herausforderungen gerecht werden
Die schweizerische Migrationsaussenpolitik wird im Rahmen eines interdepartemental strukturierten Vorgehens definiert. Die DEZA spielt hier eine aktive Rolle und will ihre Erfahrungen sowie die Entwicklungsperspektive einbringen, sowohl in Form konkreter Aktivitäten als auch auf Ebene des Politikdialogs.

Die DEZA engagiert sich dabei insbesondere für eine stärkere Kohärenz zwischen Migrations- und Entwicklungspolitik und setzt diesen Ansatz im Rahmen eigener Programme um. Bestehende und künftige Aktivitäten im Bereich Migration und Entwicklung sollen aus einer entwicklungsorientierten Perspektive betrachtet und Entwicklungsprojekte migrationssensitiv gestaltet werden.

Auch leistet die DEZA einen wichtigen Beitrag beim Eingehen von Migrationspartnerschaften, indem sie als Instrument der Migrationsaussenpolitik Entwicklungsprogramme in den Partnerländern lanciert.

Im migrationspolitischen Dialog sind die wichtigsten Partner der DEZA das Bundesamt für Migration (BFM), die Politische Abteilung IV des EDA, das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) und die Zivilgesellschaft (NGO, Vertreterinnen und Vertreter der Diaspora sowie Forschungszentren).

Kontaktperson zu diesem Thema: Beata Godenzi

Weiterführende Informationen und Dokumente