Flüchtlinge und Intern Vertriebene (IDPs)

Menschen auf der Flucht sind besonders verletzlich. Die humanitäre Hilfe der DEZA setzt sich für den Schutz und die Erfüllung der Grundbedürfnisse von Flüchtlingen und Intern Vertriebenen ein.
Laut Schätzungen des UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) gibt es heute weltweit 15 Millionen Flüchtlinge sowie 27 Millionen Intern Vertriebene (IDPs). Diese Menschen – unter ihnen viele Frauen und Kinder – mussten vor Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen flüchten und sind äusserst verletzlich. Ihr Leben hängt oft vom Schutz und von der Hilfe der internationalen Gemeinschaft ab. Indes gibt es grosse Unterschiede zwischen Flüchtlingen und Personen, die in ihrem eigenen Land vertrieben wurden.
Flüchtlinge
Flüchtlinge sind Menschen, die auf der Flucht vor Feindseligkeiten in einem Drittland Zuflucht gefunden haben. Sie haben einen Rechtsstatus, der auf dem internationalen
Flüchtlingsrecht und insbesondere der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 beruht. Besonders wichtig ist der Grundsatz des «Non-Refoulement». Dieser verbietet die Rückweisung von Menschen in Länder,
in denen ihr Leben oder ihre Freiheit bedroht sind.
Drei Viertel der Flüchtlinge befinden sich in Afrika, Lateinamerika, Asien und im Nahen und Mittleren Osten – häufig in Entwicklungsländern, die nicht über genügend Kapazitäten verfügen, um eine grosse Anzahl Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen einen wirksamen Schutz zu gewähren. So genannt „gestrandete“ Flüchtlinge können weder weiterreisen noch in ihr Heimatland zurückkehren. Wegen ihres irregulären Status sind schutzlos und häufig physisch bedroht. Oft sind sie Raub, Vergewaltigung und Menschenhandel ausgesetzt und können ihre Grundbedürfnisse an Nahrung und Unterkunft kaum befriedigen und haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Anderen Flüchtlingen gelingt es, auf gefahrvollen Wegen in andere Länder und Regionen weiterzuwandern.
| • | Die Zahl der internationalen Flüchtlinge betrug im Jahr 2009 rund 15 Millionen. Binnenflüchtlinge gibt es beinahe doppelt so viele: ihre Zahl wird auf 27 Millionen geschätzt. |
| • | Während sich der Anteil von Flüchtlingen an der weltweiten Gesamtmigration in den letzten Jahren von 8.8 % auf 7,6 % verringerte, blieb der Anteil der Binnenflüchtlinge bei rund 13%. |
Intern Vertriebene
Intern Vertriebene haben im Gegensatz zu Flüchtlingen keine Staatsgrenze überschritten. Sie wurden in ihrem eigenen Land gewaltsam vertrieben. Folglich
bleiben sie Bürger ihres Staates und haben Anspruch auf die gleichen Rechte und Freiheiten wie die übrige Bevölkerung. Für ihre Betreuung sind in erster Linie die betroffenen Regierungen und die
lokalen Behörden zuständig. Allerdings können oder wollen diese ihre Verantwortung nicht immer wahrnehmen. In solchen Situationen leistet die internationale Gemeinschaft den intern Vertriebenen
Schutz in Form von direkter Unterstützung oder in der Ausarbeitung von angemessenen Rechtsnormen. 2009 wurden rund 27 Millionen Menschen in fünfzig Ländern wegen bewaffneter Konflikte innerhalb ihres
eigenen Landes gewaltsam vertrieben.
Es gibt keine international bindenden Normen für den Schutz von Intern Vertriebenen. Allerdings wurden im Rahmen einer internationale UN-Expertengruppe unter der Leitung des Berner Rechtsprofessors Walter Kälin Leitlinien zum Schutz der Menschenrechte Intern Vertriebener ausgearbeitet. Seit der Verabschiedung dieser Leitlinien im Jahr 1998 kann sich das UNHCR auch um IDPs kümmern.
| Fokus der DEZA Auf Migrationsbewegungen nach Krisen reagiert die Humanitäre Hilfe (HH) der DEZA in erster Linie im Rahmen der Nothilfe und des Wiederaufbaus. Migration als komplexes und globales Phänomen erfordert von der DEZA jedoch weitergehendere Antworten. Der Schutz der Opfer bei bewaffneten Konflikten durch den vermehrten Einsatz von "Protection Officers" und ein verstärktes Augenmerk auf die HIV/AIDS Problematik bei Migrationsbewegungen sind Beispiele des Engagements der HH in den direkten Einsätzen. Die DEZA engagiert sich zudem mit Projekten im Rahmen des 2007 verabschiedeten interdepartementalen Konzepts zur Stärkung des Schutzes von Flüchtlingen in den Herkunftsregionen. Dieses hat zum Ziel, Flüchtlingen möglichst schnell einen wirksamen Schutz in ihren Herkunftsregionen sicherzustellen und Erstaufnahmeländer in ihren Bemühungen zu unterstützen, diesen Personen den notwendigen Schutz zu gewähren. |
Kontaktperson zu diesem Thema:
Jürg Schneider
Weiterführende Informationen und Dokumente
Interne Links
- Humanitäre Hilfe
- UNHCR
Das 1950 gegründete Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) hat den Auftrag,...
Externe Links
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Broschüre Protection in the region 2008
http://www.eda.admin.ch/etc/medialib/downloads/edazen/topics/migr.Par.0023.File.tmp/EDA%20Protection %20in%20the%20Region%20d%20V%20web.pdf -
Guiding Principles on Internal Displacement
http://www.unhcr.org/43ce1cff2.html -
EDA - Migration
http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/migr.html -
Story about a Pakistani refugee who with the help of UNHCR could migrate to Canada
http://www.unhcr.org/4df8c9c46.html
Artikel und Pressemitteilungen