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Grundbildung und Bildungssystem – Hauptpfeiler der Entwicklung

School childrens in Pakistian

Eine qualitativ gute Grundausbildung ist eine wesentliche Voraussetzung für selbstbestimmtes Denken und Handeln. Bildung bedeutet, eigene Entscheidungen treffen, sich den ständigen Veränderungen im Umfeld anpassen und ein Leben nach seinen Vorstellungen führen zu können. Bildung ist eine Voraussetzung zur Wahrnehmung der Bürgerrechte, und sie fördert auch andere Grundrechte (Meinungsfreiheit, medizinische Versorgung, Ernährung). Bildung ist ein lebenslanger Lernprozess.

Das Bildungssystem muss sich dabei an den grundlegenden Bildungsbedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen orientieren. Dazu muss es vier wesentliche Kriterien erfüllen: Akzeptanz, Zugänglichkeit, Anpassungsfähigkeit und ausreichende Ausstattung.

Wissenswertes

67 Millionen Kinder weltweit besuchen keine Schule. Drei Viertel davon leben in Afrika südlich der Sahara und in Süd- und Westasien. In Afrika südlich der Sahara brechen jedes Jahr 10 Millionen Kinder die Primarschule ab.
Rund 800 Millionen Menschen können nicht lesen und schreiben
Kinder aus armen Familien in ländlichen Regionen gehen am häufigsten nicht oder nicht bis zum Schluss zur Schule.

Bildung ist ein allgemein anerkanntes, grundlegendes Menschenrecht. Voraussetzung zur Verwirklichung dieses Rechts ist nicht nur der weltweite Zugang zu Grundschulen oder zu Programmen für nicht-formale Grundbildung oder Alphabetisierung. Vielmehr müssen die Betroffenen diese Programme auch abschliessen. Nur so können sie sich wirklich Wissen und konkrete Kenntnisse und Kompetenzen aneignen.

Die Primarschule ist die wichtigste Komponente der Grundbildung, die ausserdem die Vorschule und verschiedene Grundbildungen für Erwachsene und Jugendliche umfasst, die nicht oder nicht genügend lange zur Schule gehen konnten. Die Grundbildung richtet sich somit an alle Personen, bei denen der grundlegende Bildungsbedarf nicht gedeckt ist.

Eine Grundbildung für alle (Education for All, EFA) ist ein wichtiges gesellschaftliches Ziel, das alle angeht und bedingt, dass alle involvierten nationalen und internationalen Akteure ihre Verantwortung wahrnehmen: Regierungen, Hilfsorganisationen, nicht-staatliche Organisationen, Zivilgesellschaft, Gemeinschaften, Lehrkräfte und Eltern.

Im September 2000 verabschiedete die UNO-Generalversammlung die Millenniumsentwicklungsziele (MDG). Die Ziele 2 und 3 betreffen die Bildung, genauer den Zugang zur Primarschule für alle und die Beseitigung des Geschlechtergefälles in der Primar- und Sekundarschulbildung.

Diese beiden Millenniumsziele stehen in Einklang mit dem Aktionsrahmen «Bildung für alle» von Dakar (2000), sie nehmen aber nur einen Teil der darin festgelegten sechs Ziele auf. Die Millenniumsentwicklungsziele sind jedoch nur erreichbar, wenn alle sechs Ziele verwirklicht werden. Bei «Bildung für alle» steht der Erwerb von Kenntnissen und Kompetenzen im Vordergrund, die für ein selbstbestimmtes Leben wesentlich sind. «Bildung für alle» setzt den Schwerpunkt daher bei der Qualität. Dieser Ansatz trägt zum Erreichen der MDG bei.

Qualität und Chancengleichheit als Herausforderung

Der Zugang zur Grundbildung hat sich dank der internationalen Bemühungen deutlich verbessert, vor allem seit 2000. Die Fortschritte sind beeindruckend, insbesondere was den Zugang zur Primarschule angeht. Die durchschnittlichen Zahlen zum Anteil der Kinder, die eine Primarschule besuchen, verdecken jedoch Unterschiede zwischen und innerhalb von Ländern. Diese sind enorm: Einem Grossteil der Mädchen, der Kinder aus armen Familien vorwiegend in ländlichen Gegenden, in Slums, von ethnischen Minderheiten oder in Ländern, in denen Krieg herrscht(e), bleibt der Zutritt zur Schule verwehrt. Viele Kinder können die Grundschulbildung nicht abschliessen.

Ausserdem ging der bessere Zugang zu Primarschulen häufig mit einer Qualitätseinbusse einher. In gewissen Ländern verfügt nur die Hälfte der Kinder nach der Primarschule über grundlegende Lerninstrumente. Einen ungünstigen Einfluss auf die Lernqualität haben vielfältige Faktoren: Mangel an qualifizierten Lehrkräften, Unterricht ausschliesslich in der «Kolonialsprache» (Französisch, Englisch, Spanisch usw.), die von den Lernenden nicht verstanden wird, zu wenig effektive Schulstunden, zu weit von den Bedürfnissen und der lokalen Kultur entfernte Lerninhalte, ungeeignete Pädagogik, Benachteiligung der Mädchen usw.).


Fokus der DEZA: Relevanz, Qualität und Ergebnisse der Grundbildung verbessern

Die DEZA setzt sich in den Partnerländern dafür ein, dass insbesondere die Bevölkerungsgruppen, die am stärksten unter den verschiedenen Formen von Armut leiden, ihr Recht auf Bildung wahrnehmen und so ihre Lebensumstände und ihre finanzielle Situation verbessern können. Dazu will die DEZA die Bildungssysteme nachhaltig verbessern und anpassen. Sie engagiert sich namentlich für folgende Ziele:

  • Berücksichtigung von Jugendlichen und Erwachsenen, die keinen Zugang zu einer Grundausbildung hatten, bei der Ausgestaltung der Bildungspolitik
  • Verbesserung der Relevanz, der Qualität und der Ergebnisse der Grundbildung.

Ein besonderes Augenmerk richtet die DEZA auf den Einbezug sozial benachteiligter Gruppen – namentlich Frauen, ethnische Minderheiten und Landbevölkerung – in eine qualitativ gute Grundbildung. Sie unterstützt pädagogische Innovationen zur Verbesserung der Qualität und Relevanz der Grundbildung (z.B. zweisprachiger Unterricht, Lehrkräfteausbildung), und sie fördert den Einbezug der Eltern und allgemein der Bevölkerung bei Angelegenheiten, welche die Schule und die Grundbildung betreffen. Die DEZA trägt zudem zur Verbesserung der Gouvernanz in den Bildungssystemen bei, insbesondere dadurch, dass sie in mehreren Ländern eine Dezentralisierung unterstützt.

Kontaktperson zum Thema: Valerie Liechti

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • Eine Welt
    Nur in der Schweiz bestellbar
    Nr. 2/2010: Swissness / Südafrika
    Download (PDF, 3672 KB) [de]   [fr]   [it]  
    Bestellen
  • La DDC et l'éducation: Description du soutien à differents pays et institutions partenaires
    Download (PDF, 531 KB) [fr]  
  • Grundschulbildung in Bhutan - Resultate der Partnerschaft
    Asia Brief - August 2009
    Download (PDF, 208 KB) [de]   [en]   [fr]  
  • SDC Guidelines for basic education and vocational skills development
    Download (PDF, 4964 KB) [en]   [fr]  
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Externe Links
Artikel und Pressemitteilungen