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Finanzierung von Kleinunternehmen - Motor für Beschäftigung und Einkommen

Kleinunternehmen spielen eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung eines Landes. Sie schaffen Arbeitsplätze, steigern die Konkurrenzfähigkeit der Volkswirtschaft und verhelfen dem Staat zu höheren Steuereinnahmen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist ein Finanzsektor, der auch den KMU-Bedürfnissen Rechnung trägt.
Wissenswertes

Ob im formellen oder informellen Sektor, kleine Unternehmen bilden das Rückgrat jeder Volkswirtschaft und sind die Motoren für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen und Einkommensmöglichkeiten.
Das Fehlen eines gesicherten Zugangs zu Finanzdienstleistungen zählt zu den wichtigsten Wachstums- und Wettbewerbshemmnissen für Kleinunternehmen und damit der Wirtschaft einer Region oder eines Landes.
Neben Krediten und Kreditlinien auf Kontokorrenten zählen Leasinggeschäfte für Maschinen und Fahrzeuge, Risikokapital und Zahlungsverkehr zu den wichtigsten Finanzdienstleistungen für Kleinunternehmen.

Ein starker Sektor der Kleinunternehmen ist ein wichtiger Faktor nicht nur für ein ausgeglichenes Wirtschaftswachstum, sondern auch für soziale und politische Stabilität. Dennoch haben es kleine Unternehmen in Entwicklungs- und Transitionsländern schwer, von Banken als Kunden ernst genommen zu werden. Die meisten Finanzinstitute sind vor allem an Geschäften mit grossen Firmen interessiert.

Die Gründe liegen zum einen in den relativ hohen Kosten einer Kreditvergabe, zum anderen in den Risiken, die für Kreditgeber damit verbunden sind. Oft sind Finanzinstitutionen über die spezifischen Verhältnisse in einer Branche nicht genügend informiert. Gleichzeitig verfügen viele Kleinunternehmen über keine transparente Buchführung, keine ausreichenden Rücklagen und keine angemessenen Sicherheiten. Darum ist eine vergleichsweise aufwändige Überprüfung erforderlich, bevor ein Kredit vergeben werden kann.

Aktuelle Herausforderungen
In vielen Ländern haben Kleinunternehmen wegen unzureichender Kredittechnologien und des oft geringen Interesses der etablierten Finanzinstitute nur einen begrenzten Zugang zu Krediten und anderen Finanzdienstleistungen. Um diese Situation zu verbessern, muss auf die Bedürfnisse der Kleinunternehmen besser eingegangen werden. Notwendig sind eine Verfeinerung und Flexibilisierung der Produkt- und Dienstleistungspalette, die Entwicklung angepasster Kredittechnologien und der Aufbau spezifischer Kompetenzen in Finanzinstitutionen. Neben Krediten sind für Kleinunternehmen auch andere Produkte und Dienstleistungen wie Leasing, Risikokapital und Zahlungsverkehr von Bedeutung. Eine besondere Herausforderung ist dabei die grosse Heterogenität des Bereiches der Kleinunternehmens sowohl in Bezug auf Branchen als auch auf Unternehmensgrössen und -arten. Wichtig ist schliesslich auch, dass die Kleinunternehmen selbst ihre Kreditwürdigkeit durch transparente Buchführung, Businesspläne und andere Massnahmen verbessern.

Fokus der DEZA

Die DEZA unterstützt Institutionen, Initiativen und Programme mit dem Ziel, eine breite Palette von Finanzdienstleistungen für Kleinunternehmen auf einer kostendeckenden und wirtschaftlich nachhaltigen Basis anzubieten. Sie verfolgt dabei zwei Ansätze, die als „downscaling“ bzw. „upgrading“ bezeichnet werden.
  • Downscaling: Existierende Banken oder andere Finanzdienstleister wie Leasingfirmen bauen neue Geschäftsbereiche, Produktlinien oder Retailkanäle auf, die auf Finanzdienstleistungen für Kleinunternehmen spezialisiert sind oder auf diese eingehen können.
  • Upgrading: Bestehende Mikrofinanzinstitutionen werden in die Lage versetzt, sich neu auch auf die Bedürfnisse von Kleinunternehmen auszurichten.
  • Ausbildung: Die DEZA fördert den Aufbau von Kompetenzen in Finanzinstitutionen oder spezialisierten Ausbildungs- und Beratungseinrichtungen. Finanzinstitutionen sollen in die Lage versetzt werden, Finanzdienstleistungen für Kleinunternehmen kundenorientiert, rentabel und zu Marktkonditionen anzubieten.
  • Marktinformationen: Die DEZA unterstützt die Entwicklung von Methoden und Institutionen, die den Finanzmarkt mit Informationen oder Dienstleistungen versorgen, welche die Entscheidungsgrundlagen und die Transparenz verbessern, darunter Kreditbüros und Ratingagenturen sowie ähnliche Institutionen.

Spezifische Themen in diesem Bereich:

Mikrofinanzwesen
Finanzdienstleistungen für arme Bevölkerungsgruppen und Kleinstunternehmen, die keinen regelmässigen Zugang zu den Angeboten von klassischen Finanzinstitutionen haben.

 Ländliches Finanzwesen
Trotz ihrer gossen Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung leiden ländliche Gebiete unter einer massiven Unterversorgung mit Finanzdienstleistungen.

Mikroversicherungen
Menschen in Entwicklungs- und Transitionsländern sind einer Vielzahl von Risiken wie Krankheit, Ernte- und Erwerbsausfall oder Diebstahl ausgesetzt, verfügen aber gleichzeitig praktisch über keinen formalen Versicherungsschutz.

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • Policy for Financial Sector Development
    Update 2007
    Download (PDF, 1436 KB) [en]   [fr]   [es]  

Externe Links
Artikel und Pressemitteilungen