|

Mit dem Projekt, das sich gezielt auf die Kleinproduzenten konzentriert, soll die Wettbewerbsfähigkeit des Kartoffelsektors gestärkt werden. Die bereitgestellten
institutionellen Mittel werden für technologische, institutionelle und kommerzielle Innovationen genutzt. Dadurch erhofft man sich eine Aufwertung der Kartoffel, sowohl was ihre Verbreitung als auch
ihren Verbrauch betrifft.
Höhere Einkommen durch bessere Qualität, verstärkte Koordination im Kartoffelsektor und Innovationen
Die Kartoffel stammt aus der Andenregion. Allein in Peru sind 3000 einheimische Sorten erfasst, die meist von Kleinbauern in den hohen Berglagen angebaut werden. Die Vermarktung und Verarbeitung
liegt meist bei den mittleren und grossen Unternehmen. Die wenigen Innovationen, die überhaupt eingeführt wurden, betrafen ausschliesslich die Verarbeitungsbranche. Der Produktionszweig, der sich in
erster Linie mit dem Verkauf des Rohstoffs befasste, hat sich kaum weiter entwickelt und ist demnach auch nicht sehr wettbewerbsfähig.
Einkommenserhöhung dank neuen Marktchancen Durch die Einführung und Förderung neuer Produkte auf dem Markt, welche sich die Besonderheiten der
einheimischen Kartoffel – kulinarische Qualität, natürliches Produkt, unterschiedliche Farben und Formen – zunutze machen, kann die Einkommensmarge der verschiedenen Akteure der Produktionskette
erhöht werden. Das Internationale Kartoffelzentrum (CIP) koordiniert diese Aktivitäten, an denen sich auch zwei peruanische Ministerien, Forschungs- und Entwicklungsanstalten, Vereinigungen aus den
Bereichen Produktion, Handel und Weiterverarbeitung beteiligen.
Das Angebot an neuen Produkten umfasst ausgewählte und gewaschene Kartoffeln sowie verarbeitete Produkte aus einheimischen Sorten (gefärbte Chips, farbiger Kartoffelstock, gefriergetrocknete Suppen).
2005 erklärte die peruanische Regierung aufgrund der erfolgreichen Projektarbeit den 30. Mai zum «Nationalen Kartoffeltag». Diese Idee fand Nachahmung, denn in der Folge wurde das Jahr 2008 weltweit
zum «Internationalen Kartoffeljahr» ausgerufen.
Die Abstimmung unter den Akteuren ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg Einzig eine abgestimmte Vorgehensweise und eine engere Zusammenarbeit im
gesamten Sektor ermöglichen die Einhaltung der Quantitäts-, Qualitäts- und Pünktlichkeitskriterien, die in einer Marktwirtschaft unerlässlich sind. Die Akteure der Produktionskette, die vom Projekt
Unterstützung erhalten, fördern öffentlich-private Partnerschaften. Diese sorgen ihrerseits für eine zukünftige Abstimmung der gemeinsamen Vorhaben.
Konkrete Ergebnisse In den Projektregionen wird eine starke Zunahme der durchschnittlichen Jahreseinnahmen aus dem Kartoffelverkauf (von 721
US-Dollar auf 2 058 US-Dollar) beobachtet. Gleichzeitig gibt es auch Anzeichen für eine erhöhte Qualität der angebotenen Produkte.
Kommerzielle Innovationen
Die Rede ist von neuen Fertigprodukten, die den Kleinproduzenten einen grösseren und besseren Zugang zu dynamischen Märkten mit höherem Mehrwert ermöglichen. Dank der erfolgreichen Projektarbeit
finden sich heute auf dem Markt folgende Produkte:
- «Mi Papa, Seleccionada & Clasificada» (Grosshandel);
- «Tunta» (Chuño blanco);
- abgepackte Kartoffeln (lokaler Markt und Export);
- «Puré Andino» (Export);
- «T’ikapapa» (Supermärkte);
- «Jalca Chips» (Export).
Ausgehend von diesen Initiativen wurden 2008 neue Snacksmarken aus einheimischen Kartoffeln auf den Markt gebracht: «Lay’s Andinas», «Inca’s Gold», «Natu Krunch», «Nips» und «Mr. Chips», um nur
einige zu nennen. Das Projekt ist an diesen Vorhaben beteiligt.
Institutionelle Innovationen
Zu den Institutionelle Innovationen gehören neue Spielregeln für die Zusammenarbeit unter den Akteuren des Kartoffelsektors und den öffentlichen Akteuren. Es können neue Institutionen (CAPAC Peru, Alianza Institucional de la Tunta) oder neue Normen sein. Der Nationale Kartoffeltag, die technische Norm der Tunta (Trockenkartoffel) und
das Handelsgesetz für Kartoffelgrossisten sind einige Beispiele. Gleichzeitig wird dafür gesorgt, dass das Thema Kartoffel und die Notwendigkeit, den Kartoffelsektor in Peru nachhaltig zu entwickeln,
auf die politische Agenda und die Agenda des Kartoffelsektors gesetzt werden.
Technologische Innovationen
Hier werden die erforderlichen technologischen Anpassungen, um die Effizienz und die Qualität der Produktions- und Verarbeitungsprozesse zu verbessern geprüft, so dass sie den Anforderungen des
Marktes genügen.
Einige Errungenschaften auf diesem Gebiet:
- Durchführung von Versuchen zur Erarbeitung von Qualitätsstandards für die Marke «Mi Papa»,
- Proben für Kartoffeln, bei denen die Triebbildung verzögert wird,
- die Verbreitung von Strategien eines integrierten Anbaumanagements,
- Lagerungstechniken und Techniken zur Samenproduktion.
|
 |
Das Projekt in Kürze
Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Land/Region Peru, Regionen Lima, Huanuco, Huancavelica, Apurímac und Puno
Partner
Das Internationale Kartoffelzentrum in Lima, NGO, Landwirtschafts- und Produktionsministerium, Vereinigungen im Bereich Produktion, Handel und Weiterverarbeitung.
Ausgangslage/
Hintergrundinformationen Die Kartoffel ist in Peru ein weit verbreitetes Konsumgut. Die Produktion von einheimischen Sorten ist vor allem in den Händen von Kleinproduzenten. Die übrigen
Bereiche des Kartoffelsektors werden indes von mittleren oder grossen Unternehmen kontrolliert. INCOPA setzt sich für eine ausgewogenere Aufteilung ein.
Ziel des Projektes
Die Wettbewerbsfähigkeit der Kartoffel (gesamte Produktionskette) soll gestärkt werden. Dabei setzt man auf die Kleinproduzenten, auf Marktchancen und auf die Förderung der peruanischen Kartoffel.
Der Rahmen bildet eine öffentlich-private Partnerschaft, die zu einer Modernisierung des Sektors beiträgt.
Mit diesem Projekt soll aufgezeigt werden, dass die Forschung und die Entwicklung gemeinsame Wege gehen müssen, um auf der Ebene der kleinen Kartoffelproduzenten einen tatsächlichen Impakt zu
erzielen.
Zielgruppe
40 ländliche Gemeinden
400 Familien (3 205 Personen) sowie weitere öffentliche und private Akteure der Produktionskette
Finanzieller Rahmen
1,45 Millionen Franken
Laufzeit 1.4.2007-31.5.2010
Kontakt
DEZA, Abteilung Lateinamerika
Centro Internacional de la Papa
cip-incopa@cgiar.org
|