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Projekt sanitäre Grundversorgung in Nicaragua
Wasser – Quelle für ein besseres Leben

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In Nicaragua steht der Wasser- und Sanitärsektor vor grossen Herausforderungen. Es geht nicht nur um den Bau von Infrastrukturen zur Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern auch um eine allgemeine Verbesserung der Hygiene. Hinzu kommt eine Stärkung der Kompetenzen der lokalen Behörden, die die neuen sanitären Systeme verwalten müssen.

Nach Haiti ist Nicaragua das zweitärmste Land Lateinamerikas. Laut dem UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) leben 48% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, 1,5 Millionen Menschen sind unterernährt, die Sterberate der Kinder unter fünf Jahren liegt bei 31 von 1000 Kindern (in der Schweiz sind es 4,4 pro 1000).

Methodik des Aguasan-Projekts
Die DEZA konzentrierte die Aktivitäten des Aguasan-Trinkwasserprogramms stets auf die ärmsten Regionen des Landes. Es handelt sich im Allgemeinen um ländliche Regionen, in denen die sanitäre Versorgung unter dem nationalen Durchschnitt liegt.

Wenn sich eine Gemeinde dafür entscheidet, ein Aguasan-Projekt in Angriff zu nehmen, wird zuerst abgeklärt, welche Quellen für die Trinkwasserversorgung der Region in Frage kommen. Es kann Grund- oder Oberflächenwasser sein. Im ersten Fall wird das Wasser in Brunnen gepumpt, im zweiten Fall muss die Wasserquelle vor äusseren Verunreinigungen geschützt werden.

Je nach Ort und Art der Wasserförderung kann das Wasser in einem Speicher zwischengelagert oder direkt über Leitungen in die Ortschaften der betroffenen Familien geführt werden. In gewissen Fällen müssen die Familien das Wasser bei der Quelle selber beziehen. Es wird jedoch darauf geachtet, dass sich die Sammelstellen in einem Umkreis der Haushalte von höchstens einem halben Kilometer befinden, damit die Bewohner nicht allzu lange Strecken zurücklegen müssen.

In den Aguasan-Projekten wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass Nicaragua ein hohes Risiko an Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Erdbeben, Überschwemmungen und Erdrutsche) aufweist. Alle Projekte integrieren systematisch Programme zur Reduktion solcher Risiken. Nebst dem Schutz der Bevölkerung ziehen sie alle übrigen Faktoren ein, die die Infrastrukturen gefährden oder zerstören könnten.

Vor dem Verbrauch wird das gesammelte Süsswasser zuerst mit Salzsäure oder durch Sonneneinwirkung (durchsichtige Plastikflaschen werden mit Wasser gefüllt und während mehrerer Stunden an die Sonne gestellt, dadurch werden krankhafte Erreger beseitigt) gereinigt.

Gemeinschaftshygiene

Die Aguasan-Projekte streben ebenfalls eine Verbesserung der hygienischen Bedingungen der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen an. Es geht in erster Linie um eine Unterstützung der Bevölkerung, was die angemessenen Entsorgung von Fäkalabfällen und den Hygieneunterricht anbelangt. Der Bau von Latrinen und Klärgruben ist ein erster Schritt in diese Richtung. Die Zielgruppen helfen beim Bau mit und lernen, diese Einrichtungen zu unterhalten. Kurse und Besuche in den Haushalten dienen dazu, die Hygiene zu verbessern.

Stärkung der nationalen und lokalen Kompetenzen

Die DEZA legt auch viel Wert darauf, dass die Wasserprojekte ins politische und soziale Leben der betroffenen Regionen integriert werden. Es geht in erster Linie um die Stärkung der Kompetenzen der Gemeindebehörden, damit sie in der Lage sind, Trinkwasser- und Sanitärprogramme zu entwickeln und umzusetzen. Die Teilnahme an einem Aguasan-Programm setzt auch eine Kostenbeteiligung der Gemeinden voraus. Diese liegt bei rund 30%. Die DEZA finanziert ihrerseits 60% des Projekts. Die restlichen 10% trägt die Bevölkerung. Es ist sehr wichtig, dass sich die Betroffenen mit dem Projekt identifizieren, sich am Unterhalt der Infrastrukturen beteiligen und bereit sind, für die Dienstleistung einen gerechten Preis zu bezahlen.

Erwartete Resultate

  • Seit der Lancierung des Projekts 1982 haben mehr als 285000 Personen von einer angemessenen und nachhaltigen Trinkwasserversorgung profitieren können. Bis 2011 sollten zusätzlich 50000 dazu kommen. Mehr als 100000 Personen haben heute Zugang zu Latrinen.
  • Dank hygienischen Anweisungen wie regelmässiges Händewaschen mit sauberem Wasser konnten die Lungenerkrankungen um 39% und die Durchfallerkrankungen um 43% gesenkt werden.
  • Die Ärzte, die in Regionen arbeiten, in denen Aguasan-Projekte umgesetzt wurden, stellten einen Rückgang bei der Kindersterblichkeitsrate und bei Fällen von Darmerkrankungen fest.
  • Nicaraguanische Unternehmen und Arbeitskräfte profitierten vom Bau der Infrastrukturen, in Form von Kauf- oder Arbeitsverträgen.
  • Nicaragua verfügt heute über zuverlässige hydrogeologische Karten.
  • Die DEZA unterstützte die Schaffung nationaler Gesetze und Strategien im Wasser- und Sanitärbereich. Sie beteiligte sich am Aufbau und an der Stärkung von Institutionen dieses Sektors und einer dezentralen Versorgung.

Zukunftsperspektiven

Die DEZA erachtet eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit mit den nicaraguanischen Partnern als notwendig, um die sanitäre Versorgung zahlreicher Gemeinden zu verbessern. Wenn sich der Trend fortsetzt, werden die nationalen und lokalen Behörden in der Lage sein, Programme im Bereich Trinkwasser und Gemeinschaftshygiene autonom durchzuführen.

blank Das Projekt in Kürze

Verantwortlicher Bereich

Regionale Zusammenarbeit


Thema
Wasser und sanitäre Grundversorgung
Land / Region
Republik Nicaragua
Partner
Nationale Kommission für Trinkwasser und Kanalisation (CONAPAS), Nationales Institut für Äquadukte und Kanalisationen (INAA), Investitionsfonds für soziale Notfälle (FISE), Netzwerk für Wasser und sanitäre Versorgung Nicaraguas (RASNIC), CARE und Save the Children Canada (ONG).
Ausgangslage / Hintergrundinformationen
Wasserversorgung und sanitäre Grundversorgung
Ziel des Projektes
Verbesserung der Lebens- und Gesundheitsbedingungen der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen durch eine bessere Trinkwasserversorgung und bessere hygienische Bedingungen auf Gemeindeebene. Diese Ziele stimmen hauptsächlich mit dem 7. Millenniumsentwicklungsziel überein.
Finanzieller Rahmen
16 Millionen CHF für die Phasen 12 und 13 (Projektdauer von 2004-2011)

Dauer
Das Projekt wurde 1982 lanciert und weist 13 Phasen (von 1982-2011) auf.
Kontakt
Kooperationsbüro der DEZA in Zentralamerika

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Nicaragua : eau potable et assainissement
    Un projet de la DDC; de Pierre Heuer.
    Download (PDF, 38 KB) [fr]  
  • Zentralamerika (Nicaragua, Honduras)
    Zentralamerika ist eine Schwerpunktregion der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Das Hauptg...