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Bosnien und Herzegowina: DEZA-Projekt als Vorbild für Gesundheitsreform

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Projekt abgeschlossen



Dank eines modellhaften Schweizer Projekts haben in Bosnien heute mehr Patienten kostengünstigen Zugang zu einer sorgfältigen Diagnose und Therapie. In Zusammenarbeit mit der bosnischen Regierung bildet die DEZA Spezialärzte zu Allgemeinpraktikern aus. Die Partnerschaft zwischen schweizerischen und lokalen Institutionen stärkt das bosnische Gesundheitswesen.


Bescheidenes Gesundheitsbudget - teure Spezialärzte
Bosnien und Herzegowina wendet für die medizinische Versorgung seiner Bevölkerung bloss 200 Franken pro Kopf und Jahr auf. Trotz dieses bescheidenen Gesundheitsbudgets praktizieren viele Spezialärzte zu hohen Tarifen. Zugleich mangelt es an Allgemeinpraktikern (Familienärzten), obwohl diese selbständig und viel günstiger behandeln können.

Spezialisten werden zu Allgemeinpraktikern umgeschult
Das von der DEZA unterstützte Projekt verleiht der Reform des bosnischen Gesundheitswesens wesentliche Impulse. Bis Ende 2007 stand es unter der Leitung der NGO 'Fondation PH – Partnerships in Health' und des Genfer Universitätsspitals. Dabei wurden seit 1998 hunderte von Ärzten und Krankenpflegerinnen zu Fachleuten der Allgemeinmedizin umgeschult, um als Teams in Familienpraxen zu arbeiten. Ausserdem wurde eine Vielzahl von Krankenstationen renoviert und neu ausgestattet. Anfang 2008 wurde die Projektverantwortung der lokalen Organisation "fami" übertragen, womit die lokale Partizipation am Projekt sichergestellt ist.

Das Projekt hat eine modellhafte Ausstrahlung. Seine Zielsetzungen wurden von den bosnischen Behörden aufgegriffen und im Rahmen der Gesundheitsreform auf breiter Ebene umgesetzt. Dank einer steigenden Zahl von kostengünstig arbeitenden Allgemeinpraktikern können sich heute mehr Patienten eine sorgfältige Diagnose und Therapie leisten. Zugleich wurde die Qualität der Dienstleistungen verbessert. Im Gegensatz zu Spezialisten, die auf die Behandlung akuter Symptome ausgerichtet sind, betreuen Familienärzte ihre Patienten mit einem langfristigen Horizont und berücksichtigen auch das soziale Umfeld.

Mit der neuen Projektphase sollen im Weiteren die systematische Zusammenarbeit zwischen Allgemeinmedizin, Sozialdiensten und der Zivilgesellschaft gefördert werden. In einem Land, in dem ein Teil der Bevölkerung durch Kriegserlebnisse traumatisiert ist, entspricht dieser ganzheitliche Ansatz einem echten Bedürfnis.

Die bosnische Regierung beteiligt sich
Es ist ein ambitiöses Ziel der bosnischen Gesundheitsreform, den Anteil von Allgemeinpraktikern auf 70% aller praktizierenden Ärzte anzuheben. Die bosnische Regierung beteiligt sich mit einem namhaften Beitrag an den Projektkosten und unterstreicht damit ihr Engagement für diesen Reformschritt. Der Erfolg des Projekts mit Modellcharakter ist nicht nur im Partnerland, sondern auch in der Region Westbalkan und bei internationalen Organisationen anerkannt.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Zusammenarbeit mit Osteuropa
Land / Region
Bosnien und Herzegowina
Partner
Foundation fami, BiH; Auf lokaler Ebene öffentliche Gesundheitsinstitutionen, Medizinische Fakultät, Sozialzentren, Psychiatriezentren, Nichtregierungsorganisationen

Ausgangslage
Hintergrundinformationen

Es mangelt in BiH an Allgemeinpraktikern, was zu überhöhten Gesundheits-kosten führt. Das Projekt ist Bestandteil der von der Regierung geförderten Gesundheitsreformen. Im Weiteren fehlt ein Netzwerk der sozialen Gesundheit.
Ziel des Projektes
Förderung der Familienmedizin und Beitrag zu einer effektiven und kostengünstigen Gesundheitsversorgung der breiten Bevölkerung. Um sozial benachteiligte Menschen besser zu erreichen, soll die Zusammenarbeit zwischen Vertretern des Gesundheitswesens, des Sozialbereiches und der Zivilgesellschaft gefördert werden. Im Weiteren sollen die Projektansätze auf staatlicher Ebene einfliessen, um die primäre Gesundheitsversorgung im gesamten staatlichen Gesundheitssystem zu stärken.
Zielgruppe
Fachleute im Gesundheits- und Sozialbereich; Vertreter der Zivilgesellschaft, Entscheidungsträger. Endnutzniesser: Breite Bevölkerung, Arme und Benachteiligte
Finanzieller Rahmen
Budget total: 12'277'831 CHF
Budget Phase 5: 3'082'000 CHF
Dauer
Laufzeit Projekt: 2000 - 2010
Laufziet Phase 5: 1.2008 - 12.2010
Kontakt
Kooperationsbüro Bosnien und Herzegowina

Weiterführende Informationen und Dokumente