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Kooperationsstrategie 2013-2016

  • Kooperationsstrategie Horn von Afrika 2013–2016
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Hungersnot
Newly arrived refugees from Somalia at Dagehaley camp. © Keystone

Die Länder am Horn von Afrika befinden sich in einer schweren Nahrungsmittelkrise. Die Schweiz hat  ihre Unterstützung verstärkt.

DEZA-Direktor Martin Dahinden in Äthiopien und Kenia (23.11.2012)
Ein Jahr seit Bewilligung des Sonderkredits für das Horn von Afrika (20.8.2012)


  • Krise Horn von Afrika
    Factsheet 12.3.2013
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Video

Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Kenia)

Website der DEZA in Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Kenia): www.swiss-cooperation.admin.ch/hornofafrica/

Ernährungssicherheit, Gesundheit, Migration, gute Regierungsführung sowie Staatsbildung und Friedensförderung einschliesslich Konflikttransformation sind Schwerpunkte der Kooperationsstrategie 2013–2016 für das Horn von Afrika. Sie greift bisherige Resultate in der Region auf und unterstreicht das Engagement der DEZA in fragilen Kontexten. Die Strategie verbindet die langfristige Entwicklungszusammenarbeit mit bestehenden humanitären Programmen und verfolgt einen ganzheitlichen und kohärenten Ansatz.

Das Horn von Afrika gilt gemäss Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2013–2016 neu als DEZA-Schwerpunktregion. Politisch definiert die Schweiz das Horn von Afrika im weiteren Sinne als «Grosses Horn von Afrika», einschliesslich Sudan, Südsudan und Jemen. Die DEZA fokussiert sich auf das kleine Horn von Afrika, d.h. Somalia, Äthiopien und Nord-/Nordost-Kenia, wobei sie sich je nach humanitärer Lage auch in anderen Gebieten des Horns engagiert.

Folgen der andauernden Konflikte
Die Fragmentierung Somalias, die Trennung von Sudan und Südsudan sowie der anhaltende Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea setzen der Region seit langem zu. Teile der Bevölkerung am Horn von Afrika werden politisch und wirtschaftlich ausgegrenzt. Chronische und zyklische Ernährungsunsicherheit, starke Klimaschwankungen und extreme Dürre in Trocken- und Halbtrockengebieten verschärfen die Lage, indem sie eine anhaltende humanitäre Krise verursachen.

Lokale Konflikte über gerechten Zugang zu natürlichen Ressourcen und entsprechende Verteilung nehmen zu. Ausserdem weist die Region die weltweit höchste Mütter- und Kindersterblichkeit auf, und Personenminen bzw. explosive Kriegsmunitionsrückstände erschweren die Lebensbedingungen. Die Kombination all dieser Probleme zwingt die Menschen zur Migration und verursacht grosse Ströme von intern Vertriebenen und Flüchtlingen, von denen die meisten in den Nachbarländern aufgenommen werden.

Partnerschaft mit der Schweiz
Mit einem Gesamtbudget von 140,05 Mio. Franken (94,32% von der DEZA) engagiert sich die Kooperationsstrategie 2013–2016 in Konfliktregionen mit Fokus auf Somalia und die umliegenden Länder. Sie kombiniert humanitäre Hilfe und langfristige Ziele und Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in einem ganzheitlichen und kohärenten Ansatz («Whole-of-Government Approach»), indem mit anderen Akteuren des Bundes gemeinsame Ziele definiert und Synergien genutzt werden. Gleichzeitig sieht sie eine Partnerschaft der Schweiz mit der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (Intergovernmental Authority on Development, IGAD) vor.

Das Engagement der Schweiz in dieser Region orientiert sich an den OECD/DAC-Prinzipien für ein Engagement in fragilen Staaten und Situationen, dem «New Deal for Engagement in Fragile States», der Ziele der Staatsbildung und Friedensförderung festlegt, sowie an den Millenniumsentwicklungszielen.

Frieden, Stabilität und Wachstum als Ziel
Mit ihrer Kooperationsstrategie 2013–2016 für das Horn von Afrika verfolgt die Schweiz folgende Interessen und Ziele:

  • Die Menschen in der Region gewinnen allmählich das Vertrauen in die staatlichen Institutionen und Dienstleistungen zurück und erhalten einen Nutzen.
  • Trotz gelegentlicher Rückschläge können sie Ressourcen auf friedliche Weise teilen und verwalten und nutzen wirtschaftliche Chancen.
  • Die Schweiz setzt sich mit den langfristigen Ursachen der Konflikte und der Armut auseinander, welche für die fragile Situation am Horn von Afrika verantwortlich sind, und fördert dadurch die Konflikttransformation und die regionale Integration. Im Mittelpunkt stehen die Dynamik des Konflikts in Somalia sowie Konflikte über die Macht- und Ressourcenteilung.

Zur Erreichung dieser Ziele setzt die Schweiz verschiedene Instrumente auf regionaler und lokaler bzw. nationaler Ebene ein: bilaterale und multilaterale Instrumente, allgemeine und zweckgebundene Beiträge an Regierungs- und Geberprojekte oder «Delegated Cooperation Agreements», gegebenenfalls vor Ort geführte Entwicklungsfonds und/oder direkte Umsetzung.

Internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2011
Mio. CHF
2012
Mio. CHF
2013*
Mio. CHF
 
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 0.23 1.51 5.00
Humanitäre Hilfe 36.36 21.07
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Total DEZA/SECO 36.59 22.58 5.00
 
Andere Bundesämter
Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA 0.59 0.68 0.11
Andere Abteilungen des EDA 0.10 ..
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 0.33 0.42 0.91
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 0.09 0.07 0.07
Total andere Bundesämter 1.01 1.27 1.09
 
Kantone und Gemeinden 2.16 .. ..
 
Total 39.76 23.85 6.09
* geplant; Gesamtbetrag aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF

Aktivitäten der DEZA
Alle involvierten Akteure des Bundes, namentlich die Humanitäre Hilfe und die Bereiche Regionale Zusammenarbeit und Globale Zusammenarbeit der DEZA, leisten in den folgenden Interventionsbereichen ihren Beitrag, um die jeweiligen Ziele zu erreichen.

Ernährungssicherheit / ländliche Entwicklung
Ziel ist es, die Ernährungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerungsgruppen in Trocken- und Halbtrockengebieten zu erhöhen, indem sie ihre Fähigkeiten im Umgang mit umweltbezogenen und sozioökonomischen Veränderungen ausbauen. Die Hilfe konzentriert sich auf die Stärkung, die Anpassung und die Diversifikation ihrer Lebensgrundlagen.

Gesundheit
Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung in den Tätigkeitsregionen (Trocken- und Halbtrockengebiete) zu verbessern, wobei der Gesundheit von Müttern und Kindern besondere Aufmerksamkeit gilt.

Gute Regierungsführung, Staatsbildung und Friedensförderung / Konflikttransformation
Ziel ist es, die Kultur einer überprüfbaren Regierungsführung und den Friedensdialog auf lokaler, subnationaler und nationaler Ebene zu fördern, wobei die Transformation des Konflikts in Somalia sowie Konflikte über die Macht- und Ressourcenteilung im Vordergrund stehen.

Migration
Ziel ist es, den Schutz von Flüchtlingen, intern Vertriebenen sowie Migrantinnen und Migranten in der Region zu erhöhen und das Migrationsmanagement zu verbessern, um irregulärer Migration und deren Folgen vorzubeugen.


Ganzheitlicher und kohärenter Ansatz
Am Horn für Afrika gilt ein ganzheitlicher und kohärenter Ansatz, um sicherzustellen, dass die Schweiz möglichst kohärent und effizient handelt und ihr Engagement sich nachhaltig positiv auswirkt. Zur Erreichung ihres Gesamtziels am «kleinen» Horn von Afrika kombiniert die Schweiz folgende Instrumente:

Dieser Ansatz deckt sich mit dem Bericht über die aussenpolitischen Schwerpunkte der Legislatur 2012–2015. Für das Grosse Horn von Afrika wurde ein Steuerungsmechanismus eingeführt, der alle Akteure der Schweiz umfasst.


Langfristiges Engagement der Schweiz
Zwischen 1990 und 2012 unterstützte die Humanitäre Hilfe des Bundes den Wiederaufbau, die Instandsetzung und die Konflikttransformation namentlich in Schwellenländern während und nach Bürgerkriegen. Seit 2006 ist sie mit einem jährlichen Budget von 14 bis 20 Mio. Franken am Horn von Afrika tätig (Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti). 2011 sprach der Bundesrat zusätzliche 20 Mio. Franken für die Humanitäre Hilfe, um die Folgen der weit verbreiteten Dürre und die Hungersnot in der Region zu lindern, und erhöhte so die Hilfe auf insgesamt 35 Mio. Franken.
 
2009 wurde in Nairobi, Kenia, wieder ein regionales humanitäres Programmbüro eingerichtet. 2010 wurde ein regionales humanitäres Feldbüro des Kooperationsbüros in Addis Abeba, Äthiopien, eröffnet. 2011 kamen globale Programme in den Bereichen Ernährungssicherheit und Wasser dazu, die vom DEZA-Büro in Addis Abeba betreut werden. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts unterstützt die Schweiz aktiv Programme zur Staatsbildung und Friedensförderung und zur Minenräumung.

Aus Erfahrungen lernen
Die neue Kooperationsstrategie 2013–2016 baut unmittelbar auf folgenden Erkenntnissen aus dem bisherigen Engagement auf:


Hintergrundinformationen zum Horn von Afrika

Zahlen und Fakten
Kenia
Äthiopien
Somalia
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote
pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt:
Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger
als 2 S US$
580'367
41.610

2.7
           58.3 /56.0
         15.8 / 9.4
808.0

..
km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
1'104'300
84.734

2.1
    60.9 /57.7
          
..
357.0

66.0
km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
637'657
9.6

2.4

52.8 /49.6

..
..

..
km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank

.. = keine Angaben

Landeshintergrundinformationen der BBC: Kenia
Landeshintergrundinformationen der BBC: Äthiopien
Landeshintergrundinformationen der BBC: Somalia


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Kenia) (Nairobi)

Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC)
Embassy of Switzerland
General Mathenge Drive 89
Spring Valley, Westlands
P.O. Box 2600
00621 Nairobi

Telefon +254 202 134 323
+254 706 210 297
E-Mail nai.sdc@eda.admin.ch
Website www.swiss-cooperation.admin.ch/hornofafrica/

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.