Bundesverwaltung admin.ch
Departement für auswärtige Angelegenheiten
DEZA - Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
DEZA – weltweit vor Ort

Besuchen Sie die Websites der Schweizer Kooperationsbüros.

Schweiz
Schweiz 
Suchen in:
Konkrete Projekte
Erdbeben
Schweizer Helfer verartzen Kind

Die DEZA ist nach der umfangreichsten Nothilfeaktion ihrer Geschichte mit verschiedenen Projekten am Wiederaufbau beteiligt.
Dossier mit Videos und Fotos

Haiti

Website der DEZA in Haiti: www.cooperation-suisse.admin.ch/haiti

haiti.gif

Haiti war bereits vor dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 das ärmste Land Lateinamerikas. Rund 80 % der Bevölkerung lebt in grosser Armut (weniger als 2 USD pro Tag). Hohe Bevölkerungsdichte, Übernutzung der natürlichen Ressourcen, Abholzung, wenig angepasste Anbaumethoden und Bodenerosion haben zu einer äusserst prekären Ernährungslage geführt. Das Land ist deshalb auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI) belegte Haiti 2010 Rang 145 von 169 Ländern. Der Index misst u.a. das Niveau eines Landes im Gesundheits- und Bildungswesen sowie seine Einkommenssituation. Zudem gehört Haiti zu den vier Ländern der Welt, die am stärksten von Korruption betroffen sind.

Haiti ist auch immer wieder von Hurrikanen und Tropenstürmen betroffen; geringste Entwicklungsschritte werden dadurch oft wieder zunichte gemacht. Es bestehen auch kaum Massnahmen im Bereich Gefahrenprävention und Zivilschutz, so dass die Bevölkerung den Naturgefahren weitgehend schutzlos ausgeliefert ist.

Das Erdbeben, das die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince und die Küstenregion von Gressier, Léogane, Grand-Goâve und Petit-Goâve am 12. Januar 2010 heimsuchte, hinterliess Verwüstung und Zerstörung in noch nie dagewesenem Ausmass. Die Humanitäre Hilfe des Bundes führte in der Folge die bisher umfangreichste Soforthilfeaktion ihrer Geschichte durch.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter Erdbeben in Haiti

Das bilaterale Engagement des Bundes 2009
Mio. CHF
2010
Mio. CHF
2011
Mio. CHF
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 1.65 2.91 4.95
Humanitäre Hilfe 3.48 14.75 11.25
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Total Engagement DEZA/SECO 5.13 17.66 16.20
Andere Bundesämter
Eidg. Dep. für auswärtige Angelengenheiten EDA (Politische Abteilung IV und andere) 0.17
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 0.14
Total andere Bundesämter 0.31 ..
Total 5.13 17.97 16.20

Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF
 

Mittelfristprogramm 2011–2013

Die Humanitäre Hilfe und die Regionale Zusammenarbeit der DEZA haben für Haiti ein Mittelfristprogramm 2011–2013 (MFP) ausgearbeitet. Die strategische Ausrichtung des Programms sieht einen integrativen Kooperationsansatz («Comprehensive Aid») vor. Dabei kommen die Instrumente der Humanitären Hilfe und der Regionalen Zusammenarbeit parallel und komplementär zum Einsatz. Das MFP soll einen messbaren Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation der Bevölkerung Haitis leisten. Dies erfolgt durch Investitionen in die Nachhaltigkeit öffentlicher Infrastrukturen, durch Einkommensförderung und durch Förderung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen unter systematischer Stärkung staatlicher Institutionen. Das Programmbüro ist seit Juli 2011 in die Schweizer Botschaft in Port-au-Prince integriert.


Entwicklungszusammenarbeit

Seit Ende der neunziger Jahre unterstützt die DEZA im Rahmen ihrer bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zwei Projekte in Haiti. Eines umfasst den Bereich Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung, das andere betrifft den Waldschutz. Die DEZA beauftragte Helvetas mit der Ausführung dieser Projekte. Nach den Erfahrungen mit diesen beiden Mandaten soll die Regionale Zusammenarbeit nun ein neues, längerfristiges Kooperationsprogramm ausarbeiten, so dass Haiti 2013 als neues Schwerpunktland der DEZA aufgenommen werden kann. Dadurch soll insbesondere der institutionelle Entscheid, das Engagement der DEZA in fragilen Staaten auszubauen, konkretisiert werden. Infolge des Erdbebens vom Januar 2010 beschloss der Bundesrat im März 2010, das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit in Haiti zu erhöhen, um die humanitäre Hilfe zu ergänzen.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter dem folgenden Link: Projekte


Humanitäre Hilfe

Die Humanitäre Hilfe ist seit dem Jahr 2000 in Haiti aktiv. Sie reagierte rasch, zielgerichtet und angemessen auf das Erdbeben vom Januar 2010 und die seit Oktober 2010 grassierende Choleraepidemie. Haiti ist seit dem Erdbeben das Haupteinsatzland der Humanitären Hilfe der DEZA. Nach der ersten Phase der Soforthilfe nach der Krise konsolidiert sie nun ihr Engagement im Bereich des Wiederaufbaus:

Weitere Information finden Sie unter:
Erdbeben in Haiti
 Factsheet Cholera-Epidemie Haiti


Multilaterale Zusammenarbeit

Die Schweiz beteiligt sich an den Entschuldungsmassnahmen der internationalen Finanzinstitute zugunsten Haitis, beispielsweise am Erlass der verbleibenden Schulden des Karibiklandes in der Höhe von 3,65 Millionen US-Dollar gegenüber der Weltbank. Zudem hat die Schweiz eine Million US-Dollar beigesteuert, um Haitis Schulden gegenüber dem IFAD (Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen) zu tilgen. Schliesslich werden neu gesprochene Mittel des Entwicklungsfonds der Interamerikanischen Entwicklungsbank teilweise für den Schuldenerlass von Haiti eingesetzt. Die Schweiz trägt anteilmässig an die Wiederauffüllung dieses Entwicklungsfonds, und damit an die Schuldentilgung, bei.


Hintergrundinformationen Haiti

Zahlen und Fakten

Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt: Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger als 2 US$ pro Tag
27'750
10
1.6
63.2 / 59.7
..
645.8
..
km2
Mio.
%
Jahre
%
US$
%
Quelle: World Development Indicators 2011 der Weltbank


Landeshintergrundinformationen der BBC


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Haiti (Port-au-Prince)

Ambassade de Suisse
12, Rue Ogé, Place St-Pierre
P.O. Box 15396
HT 6140 Pétion-Ville - Haïti

Telefon +509 3701 58 31
Fax +41 31 322 18 47
E-Mail portauprince@sdc.net
Website www.cooperation-suisse.admin.ch/haiti

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.