27.06.2005 - Artikel
Das Leben kehrt zurück
Tsunamihilfe der DEZA in Thailand
Am 20. Juni 2005, ein halbes Jahr nach der Tsunami-Katastrophe, konnte
die Schule von Thung Dap auf der thailändischen Insel Ko Phra Thong wiedereröffnet werden. Die Aufbauarbeiten im DEZA-Projekt wurden gemeinsam mit der Dorfbevölkerung durchgeführt.
Der Tsunami hatte Ko Phra Thong vor einem halben Jahr Tod und Verwüstung gebracht: 50 Menschen starben, über 100 Häuser wurden zerstört, die Brunnen und Frischwasserteiche mit Salzwasser
überflutet. Weil gleichzeitig die meisten Fischerboote samt Ausrüstung verloren gingen, wurden auch die Erwerbsgrundlagen vieler Bewohner von Ko Phra Tong vernichtet.
Kinder kehren in den Schulalltag zurück
Mit der Schulwiedereröffnung kehrt nun langsam
Leben auf die Insel zurück. Zuvor hatten die Dorfbewohner beim Aufbau mitgearbeitet. Sei es bei Bau- und Reparaturarbeiten oder bei Maleraufträgen – stets haben Frauen und Männer von Thung Dap dieses
Projekt mitgetragen. Weder von der grossen Hitze im Frühjahr noch den Regenfällen des Monsuns liessen sie sich abhalten, am Aufbau der Schule ihrer Kinder mitzuwirken. Während der Mittagspause unter
dem Schatten des grössten Baumes auf dem Areal unterhielten sie sich über die Fortschritte, die die Arbeiten machten. Die Mühe hat sich gelohnt. Noch etwas vorsichtig guckten sich die Schülerinnen
und Schüler am ersten Schultag um, denn die Katastrophe kann nicht von heute auf morgen vergessen werden, zumal die Spuren weit herum noch sichtbar sind. Mit Zeichnungen und Bildern an den Wänden
haben sie aber bereits begonnen, die Schule in Besitz zu nehmen.
Die Sicherheit bleibt ein Thema: Bis die thailändische Regierung ein umfassenderes Warnsystem aufgebaut hat, stellt eine einfache Warnvorrichtung auf der Basis einer Mobiltelefonverbindung den Kontakt mit dem Festland sicher.
Unterstützung aus dem Nachbardorf
Bevor die Schule ihre Eröffnung feiern konnte,
musste noch eine administrative Hürde genommen werden. Viele der Inselbewohner sind so genannte Mokken, nomadisierende Fischer, und gelten deswegen nicht als Thaibürger. Der Unterricht der
Mokken-Kinder stand deshalb auf der offiziellen Prioritätenliste nicht zuoberst. Mit Unterstützung des Nachbardorfes Tapae Yoi konnte das Problem nun gelöst werden. Die dortige „Hauptschule“ der
Insel hat eine Lehrerin entsandt, die sich um den Unterricht der Filiale Thung Dap kümmern wird, unbesehen welcher Herkunft die Kinder sind. Die DEZA beteiligt sich an den Kosten dieses Unterrichts,
voraussichtlich für ein Jahr, bis sich die Verhältnisse wieder etwas normalisiert haben
Die meisten Dorfbewohner von Thung Dap möchten auf die Insel zurückkehren, nicht alle an den gleichen Ort allerdings. Auch fehlen von einigen Familien die Bodenrechte, die jetzt bei den Behörden beantragt wurden. Das Konzept der DEZA, den Menschen an ihrem angestammten Lebensort zu helfen, beginnt zu greifen. Die Schule stellt deshalb einen wichtigen Baustein für die künftige Entwicklung des Dorfes dar.