Gründung
1959
Hauptsitz
Washington, D.C.
Mitglieder
48 Staaten, wovon 26 Entwicklungsländer aus dem lateinamerikanischen und karibischen Raum
Organe
Gouverneursrat als oberstes Entscheidungsgremium; Exekutivdirektorium als operatives, ständiges Entscheidungsorgan (14 Mitglieder)
Präsident
Luis Alberto Moreno (Columbia)
Personal
ca. 1'900 Personen
Finanzierung
Über die Beiträge der Mitgliedstaaten, erwirtschaftete Reserven und Gewinne sowie über den internationalen Kapitalmarkt
Schweizer Beitrag (2012)
1,4 Mio. CHF
Link
www.iadb.org
Interamerikanische Entwicklungsbank (Inter-American Development Bank IDB)
Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) wurde 1959 gegründet und zählt 48 Mitglieder, wovon 26 aus Lateinamerika und der Karibik stammen. Sie gilt als wichtigste Finanzierungsquelle von Entwicklungsprojekten in dieser Weltregion. Jährlich gewährt sie Darlehen in der Höhe von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar. Die Bank spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Förderung der regionalen Integration.
| Die Hauptaufgaben der Interamerikanischen Entwicklungsbank |
Oberstes Ziel der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) ist es, in Lateinamerika und in der Karibik Armut und Ungleichheiten zu reduzieren sowie ein umweltverträgliches und nachhaltiges Wachstum zu fördern.
Die IDB ist Teil der Interamerikanischen Entwicklungsbankgruppe, die folgende Unterorganisationen und Fonds umfasst:
- Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB): Sie vergibt Darlehen an Entwicklungsländer der Region, die über ein relativ hohes Pro-Kopf-Einkommen verfügen.
- Fonds für Sondereinsätze (Fund for Special Operations, FSO). Er gewährt armen Ländern der Region (Honduras, Nicaragua, Bolivien, Guayana, Haiti) langjährige Darlehen zu niedrigen Zinssätzen sowie Schuldenreduktionen. Haiti, das ärmste Land der Region, erhält ausschliesslich nicht rückzahlbare Darlehen. Die Schulden Haitis gegenüber der IDB wurden nach dem Erdbeben vollumfänglich erlassen.
- Interamerikanische Investitionsgesellschaft (Inter-American Investment Corporation, IIC): Sie fördert über Darlehen und Kapitalbeteiligungen kleinere und mittlere Unternehmen (KMU).
- Multilateraler Investitionsfonds (Multilateral Investment Fund, MIF): Er fördert kleine und mittlere Unternehmen, indem er ihnen Kapital und technische Beratung (Fachwissen) zur Verfügung stellt.
Um die erwähnten Hauptziele zu erreichen, finanziert die Bank Projekte und Programme in den folgenden fünf Sektoren:
- Sozialpolitik (soziale Sicherheit, Erziehung, Gesundheit, Integration in den Arbeitsmarkt, Gender und soziale Diversität)
- Infrastruktur (Wasser und sanitäre Grundversorgung, Verkehr, Energie)
- Institutionen für Wachstum und Wohlstand (Finanzdienstleistungen, Steueranliegen, Sicherheit)
- Regionale Konkurrenzfähigkeit und wirtschaftliche Integration
- Umwelt, Klimawandel und Ernährungssicherheit
| Die IDB und die Schweiz |
Zwischen der Schweiz und Lateinamerika bestehen langjährige Beziehungen, die 1969 mit der Aufnahme der Entwicklungszusammenarbeit mit Bolivien ihre Anfänge nahmen. Die Schweiz ist seit 1976 Mitglied der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), der Interamerikanischen Investitionsgesellschaft (IIC) und dem Multilateralen Investitionsfonds (MIF).
Oberstes Entscheidungsgremium der IDB ist der Gouverneursrat, der beispielsweise Entscheidungen über die Aufnahme neuer Mitglieder oder über Kapitalerhöhungen trifft und die Geschäftsführung überwacht. Die Schweiz ist in diesem Gremium mit je einem Vertreter des SECO und der DEZA vertreten. Die meisten Befugnisse liegen allerdings bei den 14 Exekutivdirektoren, die ständig am Hauptsitz der Bank arbeiten. Das Exekutivdirektorium diskutiert und entscheidet über Kreditanträge, Länder- und Sektorstrategien, Zinssätze, Budget- und Finanzfragen. Die Schweiz gehört mit Belgien, China, Deutschland, Israel, Italien und den Niederlanden einer Stimmrechtsgruppe an. Die Schweiz hat im Exekutivrat eine ständige Vertretung, entweder durch einen (Senior)-Berater oder durch einen alternierenden Exekutivdirektor.
Die Schweiz hält bei der IDB einen Kapital- und damit Stimmrechtsanteil von 0,47 %, beim FSO 0,65 % und bei der IIC 1,52 %.
Die Schweiz setzt sich im Rahmen der verschiedenen Organe dafür ein, dass die Bank durch konkrete Massnahmen zur Armutsbekämpfung beiträgt und dass die Ergebnisse dieser Unterstützung messbar sind. Sie sorgt aber auch dafür, dass innerhalb der Institution der Kontrolle und der Qualitätssicherung auf Ebene der Programme mehr Bedeutung geschenkt wird. Zudem ist die Schweiz darauf bedacht, dass die IDB ihre Programme an den Millenniumsentwicklungszielen orientiert und die Modernisierung der staatlichen Institutionen Lateinamerikas unterstützt. Die Prioritäten und Ziele der Zusammenarbeit mit der IDB sind ausführlich beschrieben in den Leitlinien «Die Schweiz und die IDB».
Weiterführende Informationen und Dokumente
- Die Schweiz und die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB)
Leitlinie
Download (PDF, 1111 KB) : [de] [fr] - DEZA Factsheet Multilaterale Organisationen: IDB
Die Schweiz und die Interamerikanische Entwicklungsbank IDB
Download (PDF, 481 KB) : [de] [en] [fr]
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IDB Development Effectiveness Overview 2011
http://www.iadb.org/en/topics/development-effectiveness/development-effectiveness,1222.html