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150 Jahre IKRK
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Interview mit Manuel Bessler
150 Jahre Internationales Komitee vom Roten Kreuz
Die Opfer von bewaffneten Konflikten betreuen und ihre Würde schützen: Auch heute, 150 Jahre nach seiner Gründung, ist dies die Mission des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Das IKRK ist der wichtigste internationale Partner der Humanitären Hilfe der Schweiz. Wir befragen den Delegierten des Bundes für Humanitäre Hilfe, Manuel Bessler, über die Zusammenarbeit zwischen dem IKRK und der Humanitären Hilfe des Bundes.
Artikel, 13.2.2013

Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)

Das Leben und die Würde der Opfer bewaffneter Konflikte schützen, diesen Opfern helfen und menschliches Leiden durch die Förderung des humanitären Völkerrechts und der humanitären Grundsätze verhindern: Diesen Auftrag hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Das IKRK ist der wichtigste Partner der Schweiz in der internationalen humanitären Hilfe und erhält ein Drittel des Budgets der DEZA für humanitäre Hilfe.

Das IKRK ist unparteilich, neutral und unabhängig. Seine humanitäre Aufgabe besteht darin, das Leben und die Würde von Menschen, die Opfer bewaffneter Konflikte und anderer Gewalttätigkeiten wurden, zu schützen und ihnen zu helfen. Das IKRK versucht ausserdem, menschliches Leiden durch die Förderung und Stärkung des humanitären Völkerrechts und der universellen humanitären Grundsätze zu verhindern.
Das 1863 gegründete IKRK initiierte die Genfer Konventionen und die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Es leitet und koordiniert die Hilfstätigkeit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bei bewaffneten Konflikten und in anderen Gewaltsituationen.

Emblem des IKRK auf einem von dem IKRK gebrauchten Flugzeug am Flughafen von Bukavu. (© IKRK)

Gegründet
1863: Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, der Vorgängerorganisation des IKRK, durch Henry Dunant.

Hauptsitz

Beitrag der Schweiz 2013

IKRK-Budget 2013

 

Genf

CHF 114.5 Mio.

CHF 1175.5 Mio.

Themen

Haupttätigkeiten des IKRK:

Ein syrischer Flüchtling in Libanon erhält Hilfe vom IKRK.
Ein syrischer Flüchtling in Libanon erhält Hilfe vom IKRK. (© ICRC)

Ergebnisse: Privilegierter humanitärer Zugang

Das IKRK gehört zu den wenigen Organisationen, die bei bewaffneten Konflikten bevorzugt Zugang für humanitäre Hilfe erhalten. Der klare Auftrag, das professionelle Vorgehen und die konsequente Einhaltung der humanitären Grundsätze durch das IKRK sind international anerkannt. Während Krisen kann das IKRK deshalb häufig in Gegenden arbeiten, die für andere Organisationen nicht zugänglich sind.
Gemeinsam mit den lokalen Rothalbmond- und Rotkreuzorganisationen unterstützt das IKRK die lokale Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und lebensnotwendigen Gütern. Gleichzeitig führt das IKRK Schutzmassnahmen durch, insbesondere Gefangenenbesuche und Familienzusammenführungen.

Engagement der Schweiz

Die Humanitäre Hilfe der Schweiz überweist dem IKRK ein Drittel seiner Mittel. 2012 war sie damit der zweitgrösste Geldgeber des IKRK.

Die Schweiz ist nicht nur Depositarstaat der Genfer Konventionen, die als Grundlage für die Tätigkeit des IKRK dienen. Sie unterstützt das IKRK auch bei seinen Bemühungen, die sich verändernden humanitären Herausforderungen zu bewältigen, die Einhaltung der humanitären Grundsätze zu fördern und das humanitäre Völkerrecht zu stärken. Die Unterstützung der Schweiz und die Partnerschaft mit dem IKRK tragen wesentlich dazu bei, dass dieses rechtzeitig wirksame Nothilfemassnahmen erbringen, die Zivilbevölkerung schützen und die medizinische Versorgung vor Ort gewährleisten kann. Im Allgemeinen ist die Zusammenarbeit zwischen der DEZA und dem IKRK hervorragend: Ihre Tätigkeiten ergänzen sich häufig. Auf Anfrage des IKRK stellt die DEZA Mitglieder des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe für spezifische Einsätze zur Verfügung. Die DEZA kann ihrerseits während Krisen zur Erfüllung ihres Auftrags das umfassende Netzwerk des IKRK und seiner nationalen Einheiten in Anspruch nehmen. Die beiden Organisationen treffen sich regelmässig zu Sitzungen und tauschen in Notsituationen häufig Informationen aus.

Ergebnisse: Dringlichsten Bedarf decken

Seit 2012 legt die Schweiz den Schwerpunkt bei ihrer Unterstützung auf die dringlichsten Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung. Sie gibt unterfinanzierten IKRK-Einsätzen (Irak, Kolumbien und Israel/Besetztes Palästinensisches Gebiet) den Vorzug gegenüber überfinanzierten Vorhaben.

Bei der Vergabe ihrer Mittel berücksichtigt die Humanitäre Hilfe der Schweiz die Bedürfnisse sowohl der Zivilbevölkerung im betroffenen Land als auch der Menschen, die in die Nachbarländer geflohen sind. In der Syrienkrise, die im März 2011 ausbrach, flohen Tausende nach Jordanien, Libanon und in die Türkei. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz unterstützte die Arbeit des IKRK in Syrien, Libanon und Jordanien.

Herausforderungen

Die Humanitäre Hilfe der Schweiz unterstützt IKRK-Einsätze finanziell. Wenn beide Organisationen während einer Krise vor Ort tätig sind, arbeiten sie wenn immer möglich zusammen. Dies war 2011 auch in Libyen der Fall. Damals konzentrierte sich das IKRK auf die Kriegsopfer, und die Humanitäre Hilfe der Schweiz kümmerte sich um andere Gesundheitsbereiche, welche die Zivilbevölkerung betrafen.

Auf politischer Ebene ersucht das IKRK die Schweiz häufig um eine Beteiligung an diplomatischen Initiativen. Dabei geht es meistens um Vermittlungen oder Friedensverhandlungen zwischen Konfliktparteien. Als neutrales Land eignet sich die Schweiz gut für diese Aufgabe.

Die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem IKRK umfasst auch gemeinsame Initiativen. Ein Beispiel war 2012 die Schweiz/IKRK-Initiative für die bessere Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Diese Initiative will für alle Opfer bewaffneter Konflikte den Rechtsschutz garantieren. Bestandteile solcher Initiativen sind auch ein einfacherer Zugang für die humanitäre Hilfe und die Festlegung von Bestimmungen für private Sicherheits- und Militärfirmen.