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Interview mit dem stellvertretenden Leiter der Ausbildung
Wenn der Wandel die Motivation stärkt

Nabih Jabr, 27 Jahre, ist stellvertretender Ausbildungsleiter des Rettungsdienstes EMS beim libanesischen Roten Kreuz. Seit Dezember 2007 besetzt er diesen Posten, der im Rahmen der Umsetzung der sogenannten Fünfjahresstrategie geschaffen wurde. Davor war er verantwortlich für die Station in Qornet Chehouane.


Die Fünfjahresstrategie des Rettungsdienstes EMS scheint bereits Veränderungen gebracht zu haben, die Sie bei Ihrer Arbeit spüren?

Nabih Jabr: Tatsächlich. Zuerst wurde deutlich, dass es eine Standardisierung beim Material und den Ambulanzen braucht, die Frage der Ausbildung kam hingegen erst in einem zweiten Schritt zur Sprache. Auf der Suche nach finanziellen Mitteln und einem verlässlichen Partner wurde sich das LRC bewusst, dass eine Zusammenarbeit mit der DEZA Vorteile bringen würde, die andere mögliche Partner nicht boten: Erstens der Wille zu einem langfristigen, mindestens dreijährigen Engagement und zweitens die Tatsache, dass die DEZA ein Ausbildungsmodul schaffen wollte, das sich an der Realität der Freiwilligen orientiert.

Wie würden Sie die ideale Ausbildung für die Freiwilligen des LRC beschreiben?

Wichtig sind vor allem Kontinuität in der Ausbildung und ein landesweites Konzept. Die Ausbildung umfasst drei Stufen: Instruktoren und Instruktorinnen, Ausbildner und Ausbildnerinnen sowie Freiwillige. Dazu muss man wissen, dass in den 43 Stationen rund 2500 Freiwillige arbeiten, von denen 300 bis 400 pro Jahr wechseln. Aus diesem Grund sollen die Ausbildungszyklen, die mit Unterstützung von Fachpersonen im Auftrag der DEZA umgesetzt werden, gewährleisten, dass dank standardisierten Ausbildungsstufen ein eigenständiger Betrieb möglich ist.

Könnten diesbezüglich in Zukunft Probleme auftauchen?

Vielleicht, aber wir werden alles daran setzen, sie zu lösen. Zum Beispiel muss ein reibungsloser Übergang der Ausbildungsverantwortung von der Ausbildungsabeilung des LRC an den Rettungsdienst EMS sichergestellt werden, der nun dafür zuständig ist. Wichtig ist auch, eine Kultur des Austausches zwischen den Stationen aufzubauen. Zweifellos ist dabei mit gewissen Hürden zu rechnen. Es fällt nicht allen leicht, sich von den alten Methoden und Fahrzeugen zu verabschieden. Deshalb darf die Eigenständigkeit der Stationen nicht abrupt beschnitten werden, sondern es muss ein schrittweiser Wandel stattfinden. Die Stationen werden auch in Zukunft einen gewissen Handlungsspielraum behalten. Schliesslich ist auch eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten entscheidend. Unsere Internetseite soll vermehrt genutzt werden, zum Beispiel mit internen Seiten für die Freiwilligen, zudem ist für das Rettungspersonal ein Newsletter auf Arabisch und Englisch geplant.

Weshalb auf Englisch…?

Weil die Fachliteratur meistens auf Englisch geschrieben ist, deshalb müssen die Freiwilligen diese Sprache zumindest lesen und verstehen können.

Welche Rolle spielen die Partner dieses Pilotprojekts zur Rettungsausbildung?

Ohne das IKRK wäre das Projekt nicht zustande gekommen. Treibende Kraft war Sandrine Tiller, Verantwortliche für die Zusammenarbeit, die eng mit Christian Boss von der DEZA in Amman und mit Olivier Hagon, dem für den Kurs verantwortlichen Arzt, zusammenarbeitete. Alle Diskussionen waren von einer positiven Einstellung geprägt. Christian war flexibel und begeistert, reagierte schnell, ohne übermässige Bürokratie. Der beste Beweist ist dieses Ausbildungsinstrument, das wir in den Händen halten.