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Lokale Netze und Kapazitäten
Die grossen Probleme gemeinsam lösen
Vernetztes Arbeiten ist in der heutigen Welt unabdingbar. In Mittelamerika hat die Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Kartoffeln ein regionales Netzwerk für landwirtschaftliche Forschung aufgebaut, das von einem internationalen Zentrum unterstützt wird. Diese Zusammenarbeit dient inzwischen auch als Modell für die Schaffung ähnlicher Programme für Bohnen und Mais. Als Grundpfeiler ihres Engagements sieht die DEZA die Förderung lokaler Kapazitäten vor Ort.
Kleine Dimensionen, wenig dezentralisierte Entscheidungszentren, von Armut geprägte ländliche Gegenden: Diese Merkmale sind den mittelamerikanischen Ländern gemeinsam. Es kommt noch ein weiteres dazu: Die starke Abhängigkeit von Nutzpflanzen wie Mais, Bohnen und Kartoffeln. Die Kartoffeln spielen in den meisten Anbaugebieten eine wichtige Rolle sowohl für die Nahrungssicherheit als auch für das Einkommen. Kartoffeln werden auch in den Städten immer beliebter, wo die Nachfrage nach Fertiggerichten und Fast-Food-Restaurants rasant wächst.
Probleme und Prioritäten festlegen, Kapazitäten bilden
The Für die einzelnen Länder ist es
schwierig, die Hauptprobleme im Zusammenhang mit dem Kartoffelanbau im Alleingang effizient zu lösen. In den 90er-Jahren hat die Entwicklungszusammenarbeit eine neue Richtung mit einem regionalen
Ansatz eingeschlagen. Daraus entstand Precodepa (Programa regional cooperativo de papa), eine gemeinsame Plattform nationaler Kartoffelprojekte.Im Rahmen eines partizipativen Prozesses wurden die wichtigsten Fragen definiert und Prioritäten gesetzt. Dazu gehören die Herstellung von Saatgut, die Lagerung und eine integrierte Kontrolle von Pilzkrankheiten. Die festgelegten Aufgaben wurden dann aufgrund der komparativen Stärken der einzelnen Länder verteilt. Die DEZA finanziert insbesondere die Programmkoordination und die Ausbildungskosten. Dank der Unterstützung des Internationalen Kartoffelzentrums (CIP) sind lokale Fachpersonen rasch zu international anerkannten und in der Region sehr gefragten Kapazitäten geworden.
Dank Precodepa wurden viele Forschritte erzielt:
- Steigerung der Erträge, der Produktion und der Rentabilität.
- Substanzielle Senkung des Einsatzes von Schädlingsbekämpfungsmitteln mit entsprechenden Einsparungen beim Anbau und geringerer Belastung für Umwelt und Konsumenten.
- Aufbau einer Verarbeitungsindustrie (Pommes frites, Chips) mit Lancierung regionaler Produkte in einem bisher von den mächtigen nördlichen Nachbarn dominierten Markt.
- Produktion von qualitativ hochstehendem Saatgut und Schaffung eines regionalen Saatgutmarktes.
Precodepa bildete das Fundament für
den Aufbau eines internationalen Agrarforschungsnetzes. Aufgrund seiner Erfolge hat es Nachahmer gefunden, die sich bei der Schaffung eines analogen Netzwerks für Bohnen und Mais, die beiden anderen
wichtigen Nutzpflanzen auf der Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika, inspirieren liessen.Seit den 70er-Jahren engagiert sich die DEZA in den Bereichen Produktivität und Forschung zu Mais, Bohnen und Kartoffeln – in Zusammenarbeit mit den internationalen Zentren für Landwirtschaftsforschung der Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR). Aber trotz Erfolgen bei den Bauern stiess das System an Grenzen: zu starker Akzent auf der Produktion, praktisch inexistente Vermarktungsmöglichkeiten, schwache institutionelle Verankerung. Ende der 90er-Jahre hat die DEZA deshalb beschlossen, ihre Unterstützung auf die nationalen Systeme auszurichten. Ziel war es, Forschungseinrichtungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Wertschöpfungsketten besser gerecht werden.
Der Weg von den Produzenten zu den Konsumenten hat Priorität
2003 wurde Red-Sicta aus der Taufe
gehoben. Es handelt sich dabei um ein Netzwerk für landwirtschaftliche Innovation (Sistema centroamericano de tecnología agrícola), das von den mittelamerikanischen Ländern gegründet wurde. Als
Vorbild diente dabei Precodepa. Diese Initiative ist weiter gefasst und reicht von den Produktionssystemen bis zum Markt. Zudem ist sie in die Institutionen der Mitgliedsländer integriert. Die Idee
ist, landwirtschaftliche Verfahren zu entwickeln, die auf die Wertschöpfungsketten von Mais, Bohnen und Kartoffeln abgestimmt sind, und diese bei kleinen und mittelgrossen Landwirtschaftsbetrieben in
Mittelamerika einzuführen. Grundsätzlich geht es darum, die Nahrungssicherheit zu gewährleisten und die Bauern im Markt zu positionieren.Allgemein erachtet die DEZA die Unterstützung der lokalen Kapazitäten als Grundpfeiler ihres Engagements. In ihren Kartoffelprogrammen fördert sie die verschiedenen Akteure, die an der Wertschöpfungskette beteiligt sind (Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor) durch Wettbewerbsfonds und institutionelle Unterstützung. Auf internationaler Ebene unterstützt die DEZA das CIP, den bevorzugten Ansprechpartner der nationalen Akteure. Diese Hilfe wird mit anderen Geldgebern koordiniert.