Bundesverwaltung admin.ch
Departement für auswärtige Angelegenheiten
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
DEZA – weltweit vor Ort

Besuchen Sie die Websites der Schweizer Kooperationsbüros.

Schweiz
Schweiz 
Suchen in:


Nachhaltige Landwirtschaft
Produktion, Konsum und Umwelt in fragilem Gleichgewicht
Mit der Optimierung landwirtschaftlicher Produktionssysteme durch geeignete Anbautechniken lässt sich die Produktivität nachhaltig steigern. Da Kartoffeln von zahlreichen Krankheiten befallen werden können, ist qualitativ gutes Saatgut wichtig, aber auch ein umfassendes Krankheitsmanagement, das für eine langfristig intakte Umwelt sorgt. Dies hat die DEZA dazu bewogen, gemeinsam mit dem Internationalen Kartoffelzentrum CIP einen Beitrag zum Ausbau der Kapazitäten von kleinen Bauernbetrieben zum Beispiel in Peru und Bolivien zu leisten.

Die DEZA sieht die Förderung des Kartoffelanbaus in Entwicklungsländern als Bestandteil ihres Engagements für die Landwirtschaft im Allgemeinen und die Forschung im Besonderen. Wichtige Aspekte sind die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen (Wasser, Boden) sowie das übergeordnete Ziel der Nahrungssicherheit und der Einkommensverbesserung.

Gemeinsames Know-how und Erfahrungen mit dem Kartoffelanbau in ökologisch vergleichbaren Regionen in der Schweiz und in Partnerländern: Diese beiden Aspekte bilden das Rückgrat einer neuen, engen Zusammenarbeit zwischen Nepal und der DEZA. Die DEZA unterstützt seit mehr als 30 Jahren Kartoffelprojekte in den Anden (Peru, Bolivien, Ecuador), in Mittelamerika, in Afrika und in Asien (Pakistan, Bhutan, Nordkorea und Mongolei). Insgesamt wurden 2007 dafür rund 6 Millionen Franken aufgewendet.

Hartnäckige Krankheiten und gefrässige Schädlinge

Nur sehr wenige Nahrungspflanzen ertragen Frost, Trockenheit und eine intensive Sonneneinstrahlung. Die Kartoffel ist eine davon. Es ist daher kein Zufall, dass das Knollengewächs ursprünglich aus den Hochebenen der Anden stammt und hier besonders gut gedeiht. Trotzdem wird es auch von zahlreichen Krankheiten bedroht. Dazu gehören die Kraut- und Knollenfäule (falscher Mehltau, der Blätter, Stängel und Knollen zerstört), die Schwarzbeinigkeit (eine bakterielle Infektion, welche die Wurzeln im Boden und während der Lagerung faulen lässt) sowie Schädlinge wie der Kartoffelkäfer (der äusserst resistent gegen Insektenbekämpfungsmittel ist), Motten oder die Minierfliege.

Die Kleinbauern müssen Zugang zu gesundem, qualitativ hochstehendem, erschwinglichem Saatgut haben (die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 50 Prozent der Produktionskosten) und auch über geeignete Lager verfügen. Die richtige Bewässerung und Düngung gewährleistet eine gute Ernte, was die Bauern wiederum vor zu starken Preisschwankungen bewahrt.

Risiken für Umwelt und Gesundheit

Der intensive Kartoffelanbau birgt jedoch die Gefahr, dass auch Schädlingsbekämpfungs­mittel in grossen Mengen eingesetzt werden, was schwerwiegende Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen haben kann – zum Beispiel die Ausrottung von natürlichen Feinden der Schädlinge oder die Kontaminierung von Wasserquellen. Wenn man die Produktion ausbauen, gleichzeitig aber Produzenten, Konsumenten und Umwelt schützen will, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz: Durch die Auswahl von krankheits- und schädlingsresistenten Sorten, durch gesundes Qualitätssaatgut sowie durch verbesserte Anbaumethoden, Fruchtfolge und eine integrierte Schädlingsbekämpfung lässt sich ein übermässiger Einsatz chemischer Produkte vermeiden.

Integrierte Schädlingsbekämpfung bedeutet einerseits, dass die Schädlingspopulationen in akzeptablen Grenzen gehalten werden und andererseits, chemische Eingriffe auf das wirtschaftlich notwendige Mass zu beschränken – und all das auf eine Weise, die keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen und der Umwelt darstellt. Die DEZA unterstützt diesen Ansatz über das Internationale Kartoffelzentrum (CIP), einen langjähriger Partner.

Fliegenfallen in Peru

In Peru entwickelte das CIP Massnahmen, die den Kleinbauern halfen, ihre Kulturen im Cañete-Tal vor Minierfliegen zu schützen. Die natürlichen Feinde dieses Schädlings waren durch den massiven Einsatz von Insektenbekämpfungsmitteln dezimiert worden, was ein schwerwiegendes Ungleichgewicht im Ökosystem zur Folge hatte. Das Programm beinhaltete das Aufstellen von Fallen, mit denen die ausgewachsenen Fliegen angelockt und getötet werden, sowie die Wiedereinführung einer bestimmten Wespenart, welche die Parasiten angreift. Damit konnte der Einsatz von Pestiziden deutlich reduziert werden. Die Bauern sparten dadurch Geld, und die Umwelt kam wieder ins Lot.

In Bolivien ist die Proinpa (Promoción e Investigación en Productos Andinos) daran, Strategien zur Bekämpfung von Kartoffelkrankheiten zu entwickeln. Diese Strategien sind kostengünstig – und damit für die Kleinbauern erschwinglich – und umweltfreundlich. Proinpa stellt auch biologische Insektizide her. Die 1989 gegründete und 1998 in eine Stiftung umgewandelte Organisation wird von der DEZA und vom CIP unterstützt. Vom bolivianischen Staat erhielt sie die Aufgabe, die nationalen Saatgutbanken mit Wurzeln und Knollen aus den Anden zu überwachen.

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Kartoffel-Revolution in Bhutan: Resultate der Partnerschaft
    Asia Brief - Februar 2008
    Download (PDF, 586 KB) [de]   [en]   [fr]  
  • Kartoffelboom in der Reisregion
    Asia Brief - Februar 2008
    Download (PDF, 2700 KB) [de]   [en]   [fr]